2 Die pädagogische Arbeit 

2.1 Didaktisch-methodische Prinzipien

Das Unterrichtsprinzip der Schule ist grundsätzlich am Kind orientiert und berücksichtigt das kindliche Bedürfnis nach Handeln, Verwendung aller Sinne und Anschaulichkeit sowie dem Lernen in Situationen. Das Kind in seiner Ganzheit - Körper, Seele, Geist - steht im Mittelpunkt des Lebens und Lernens in unserer Schule. Das Erkennen und Verstehen der Realität wird wissenschaftsorientiert organisiert und knüpft an Handlungs- und Erkenntnisinteressen der Kinder an.

2.1.1 Wiederholung und Übung

Wiederholung und Übung stehen als wichtige Elemente im Vordergrund und werden bewusst und gezielt, möglichst abwechslungsreich in unterschiedlichen Unterrichts- und Sozialformen eingesetzt. Wiederholung dient zur geistigen, sprachlichen und praktischen Auseinandersetzung mit Bildung von Analogien, Vergleichen und Gegenüberstellungen. Beim Üben sichert die Aufgabenstellung eine Breite des Übungsfeldes. Es wird ebenfalls in differenzierten Formen gearbeitet. Karteien, Computer, Lernspiele usw. stehen zur Verfügung.

 
2.1.2 Offene Unterrichtsformen

Sie werden in allen Klassen regelmäßig und bewusst eingesetzt, um die Schüler zum selbstständigen Arbeiten, kooperativen Verhalten und selbstverantwortlichen Handeln anzuregen, zum Beispiel durch:

  • Wochenplan
  • Tagesplan
  • Arbeit an Stationen
  • Projektarbeit
  • Werkstattunterricht
  • Schülerzentrierte Unterrichtsformen (Morgenkreis, Brainstorming, Diskussion)

Traditionelle Unterrichtsformen wie Frontalunterricht, Gruppenarbeit und Partner- bzw. Einzelarbeit sowie der Lehrervortrag sind neben offenen Methoden feste Bestandteile des Unterrichts. Unsere Bemühungen bestehen darin, im Hinblick auf die jeweiligen Gegebenheiten in den Klassen, angemessene Unterrichtsformen zu wählen und dabei vor allem die Lernmethoden den Schülerfähigkeiten anzupassen und nicht umgekehrt.

 
2.1.3 Klassenraumgestaltung

In allen Klassen gibt es Arbeitsecken, die dem Prinzip des Offenen Unterrichts entsprechen, wie:

  • Computerarbeitsplätze (mindestens vier pro Klasse
  • Bereitstellung von Arbeitsmaterialien für die Freiarbeitsphasen
  • Bücherecke
  • Einzelarbeitsplätze
  • Wandflächen zur Dokumentation der Arbeitsergebnisse
  • zum Teil: feste Stationseinteilung in der Klasse zur schnelleren Orientierung
  • Eigentumsschränke zur Aufbewahrung von Materialien und Entlastung der Schulranzen
  • Es gibt keine feste Sitzordnung.

 
2.1.4 Fächerübergreifender Unterricht

Fächerübergreifender Unterricht wird in jeder Klasse realisiert, soweit die Unterrichtsfächer vom Klassenlehrer erteilt werden.
Er dient zur:

  • Vernetzung und Entfaltung inhaltlicher, sprachlicher und ästhetischer Aspekte von Unterrichtsthemen
  • Förderung verschiedener Wahrnehmungsebenen der Schüler. Es findet eine je nach Bedarf und Möglichkeiten intensive Kooperation zwischen einzelnen Klassenlehrern und Fachkollegen statt.


2.1.5 Verbale Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens

Die schulischen Gremien haben entschieden, das Arbeits- und Sozialverhalten in allen vier Schuljahren mit kurzen Verbalbeurteilungen zu beschreiben, um differenziertere Angaben zu Teilbereichen nennen zu können. Sie geben Erziehungsberechtigten und Schülern die Möglichkeit, den Entwicklungsprozess im Laufe von drei Schuljahren nachzuvollziehen. Hier besteht die Möglichkeit, Fähigkeiten des selbstständigen Arbeitens in offenen Unterrichtsformen zu beurteilen und Hinweise des Fortkommens vorzuschlagen.

 
2.1.6 Individualisierung

Wir streben an, im Unterricht wie auch im gesamten Schulalltag auf die Lebensverhältnisse eines jeden Schülers einzugehen. Hierbei werden folgende Lebensumstände und –gegebenheiten berücksichtigt:

  • unterschiedlichste Lernausgangslagen
  • familiäre Situationen
  • materielle Lebensverhältnisse
  • Muttersprache
  • Förderbedarf
  • Kultur, Religion, Tradition
  • Normen
  • Geschlecht

Folgende Möglichkeiten, Unterricht zu gestalten, sollen diesem Ziel gerecht werden:

  • Partner- und Gruppenarbeit
  • Wochenplan und Freiarbeit
  • Materialangebote
  • Kooperative Spiele
  • Lesenächte u. a.
  • Projektwochen
  • Schulausflüge
  • Feste, Feiern, Rituale

Unsere Schule ist grundsätzlich offen, gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern durchzuführen. In Zusammenarbeit mit der Sprachheillehrerin und auch außerschulischen Kompetenzen bemühen sich die Klassenlehrer, Kindern mit Sprachauffälligkeiten, Teilleistungsschwächen, Legasthenie, Dyskalkulie, ADHS usw. durch binnendifferenzierte Möglichkeiten gerecht zu werden.
Unser Ziel ist, für alle Kinder erfolgreiche Lernstrategien zu finden.
Wir wünschen uns bessere räumliche Bedingungen. So zum Beispiel:

  • eine Aula, um unsere Jahreszeitenfeiern darin durchzuführen
  • einen Raum, um psychomotorische Bewegungsangebote u. a. anbieten zu können
  • einen ruhigeren, größeren Raum für die Sprachheilarbeit
  • weitere Fachräume
  • Bibliothek mit Leseraum


2.1.7 Differenzierung

Wir unterrichten und fördern innerhalb des Klassenverbandes binnendifferenziert, da wir stets von heterogenen Lerngruppen ausgehen müssen. Es ist uns wichtig, jedes einzelne Kind mit seinen Lernvoraussetzungen, Lernmöglichkeiten und Lerninteressen zu sehen und davon ausgehend, seinen individuellen Lernzuwachs zu betrachten. Es werden Maßnahmen für schwächere, aber auch für leistungsstärkere Schüler angeboten. Die Schüler werden angeleitet, sich in ein Sachgebiet zu vertiefen und selbstständig den Umgang mit Karteien, Arbeitstechniken und Darstellungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Dabei haben sie die Möglichkeit, ihrem Leistungsstand, ihren Fähigkeiten und Interessen gemäß auszuwählen.
Bei leistungsschwächeren Schülern ist es uns wichtig, mit Hilfe von Förderdiagnostik (vgl. auch Sprachheilarbeit) herauszufinden, wo ihre Schwächen und Stärken liegen, um dann gezielt mit ihnen gemeinsam und in Kooperation mit den Eltern erfolgreiche Lernstrategien zu entwickeln.
Wenn es die Lehrerstunden erlauben, bieten wir zusätzlich Förderstunden an.
Bei Beratungsbedarf im Falle von Erziehungshilfe kann ein Kollege der Georg- Kerschensteiner-Schule hinzugezogen werden. Um unserem Anspruch nach Binnendifferenzierung gerecht werden zu können, wäre es wichtig, mehr Mittel für die Beschaffung von Material z. B. für die Freiarbeit zur Verfügung zu haben.

 
2.1.8 Sprachheilklasse: Inhalt und Aufgaben

Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der präventiven Arbeit. Gefördert werden Schülerinnen und Schüler in Anfangsklassen, deren Sprachbeeinträchtigungen das schulische Lernen und/oder die soziale Integration in die Klasse beeinflussen. Sofern erforderlich und möglich wird die Beratung/Förderung in den Folgeklassen fortgeführt.
Die Sprachheillehrerin arbeitet auf Anfrage der Grundschullehrkräfte, der sich zunächst eine Hospitation und mit Einverständnis der Eltern eine Förderdiagnostik anschließt.
Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam mit den Lehrkräften und den Eltern bezüglich des schulischen Lernerfolges und der dafür notwendigen Maßnahmen zu beraten und gegebenenfalls in Außen- oder/und Binnendifferenzierung zu fördern.
In Beratungsgesprächen mit den zuständigen Klassenlehrkräften wird besprochen, wie sprachheilpädagogische Maßnahmen immanenter Bestandteil des Unterrichts werden können.
Gemeinsam mit Grundschullehrkräften (ggf. mit weiteren Förderschullehrerinnen des Beratungs- und Förderzentrums der Georg-Kerschensteiner-Schule bzw. und dem schulpsychologischen Dienst) werden individuelle Förderpläne erstellt.
Bei Überlegungen zur Schullaufbahn ist die Zusammenarbeit mit der Sprachheilschule Gießen (Beratungs- und Förderzentrum) wichtig.
Auf der Grundlage des Förderplans werden Eltern bezüglich der Möglichkeiten ihrer Mitarbeit beraten.
Die Förderung findet in außen- und binnendiffenzierten Maßnahmen statt. Die Umsetzung erfolgt als Einzelförderung, in Kleingruppen oder unterrichtsimmanent. Ziel ist es, mit sprachheilpädagogischen Kompetenzen in die Beratungen und Planungen für den Unterricht einbezogen zu werden.
Sprachauffälligkeiten können sich in den Bereichen Sprachaufnahme, Sprachverarbeitung und Sprachgestaltung äußern und das Erreichen von schulischen Lernzielen erschweren. Eine individuell befriedigende Kommunikationsfähigkeit ist grundlegend für Schulerfolg.
Sprachheilpädagogische Förderung muss ganzheitlich gestaltet werden, d. h., sie enthält Kommunikations,- Bewegungs-, Wahrnehmungs-, Spielelemente, die betroffenen Schülerinnen und Schüler bedürfen auch der Unterstützung in den Bereichen Sensomotorik, Wahrnehmung (taktil-kinästhetisch, auditiv, rhythmisch, visuell), Fein- und Grafomotorik, Arbeits- und Sozialverhalten (Aufmerksamkeit, Konzentration, Ausdauer usw.). (vgl. Richtlinien für Unterricht, Erziehung und sprachheilpädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Sprachbeeinträchtigungnen, Erlass vom 24.5.2006, 1.1. Ziele und Aufgaben sprachheilpädagogischer Förderung)
Dabei haben die Fördermaßnahmen immer Bezug zu schulischen Inhalten und zielen auf die Integration im Unterricht hin.
Es gehört zu den Aufgaben der Sprachheillehrerin bezüglich außerschulischer Kompetenzen (medizinisch, therapeutisch, pädagogisch-psychologisch) vor Ort informiert zu sein, um dieses Wissen in gemeinsamen Beratungen einbringen zu können.
Im Rahmen der Kooperation von Kindertagesstätten und Grundschulen in Wettenberg geht es darum, die schon bestehende gute Zusammenarbeit noch weiter auszubauen.
Seit 2001 existiert eine zweimal jährlich stattfindende Arbeitsgemeinschaft unter Leitung der Sprachheillehrerin, an der aus allen sechs Kindertagesstätten in Wettenberg Erzieherinnen und die jeweiligen und zukünftigen Erstklasslehrkräfte der drei Grundschulen teilnehmen. Diese Kooperationsveranstaltung ist seit 2005 eine akkreditierte Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte. Sie hat sich als Ziel gesetzt, durch Fortbildung und Austausch in den Bereichen Sprachförderung, phonologische Bewusstheit, Literacy etc. zu einer Optimierung der Transition Kindertagesstätte und Grundschule beizutragen.
In den Kindertagesstätten wird das Würzburger Trainingsprogramm „Hören, Lauschen, Lernen“ durchgeführt, ein Programm zur spielerischen Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb und zur Vorbeugung einer Lese-Rechtschreibschwäche. Es ist außerdem damit begonnen worden, ARS, ein Erhebungsverfahren (Anlaute hören, Reime finden, Silben klatschen) zum Erkennen von Risikokindern einzusetzen.

2.2 „Faustlos“- Ein Curriculum zur Prävention von aggressivem und gewaltbereitem Verhalten bei Kindern der Klassen 1 bis 3


 
2.2.1 Was ist Faustlos?

Faustlos ist ein für die Grundschule und den Kindergarten entwickeltes Curriculum, das impulsives und aggressives Verhalten von Kindern vermindern und ihre sozialen Kompetenzen erhöhen soll. Es ist die deutsche Version des amerikanischen Programms Second Step, das zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Die deutschsprachige Version des Programms wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Cierpka entwickelt. Das Curriculum vermittelt mit 51 bzw. 28 Lektionen Kompetenzen in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut (www.faustlos.de).

 
2.2.2 Unser Weg zu Faustlos

Unsere Entscheidung für die Arbeit mit Faustlos fiel im Jahre 2000, da wir vermehrt mit aggressivem und gewaltbereitem Verhalten von Kindern konfrontiert wurden. Die Suchtbeauftragte stellte der Schule drei mögliche Programme vor, von denen Faustlos als passendstes ausgewählt wurde. Die Schulkonferenz billigte dieses Vorhaben. Die Fortbildung der Lehrkräfte und die Anschaffung des Unterrichtsmaterials wurden vom Förderverein finanziert.
 

2.2.3 Durchführung von Faustlos an unserer Schule

Der Unterricht mit Faustlos wird spätestens nach dem 1.Halbjahr der Klasse 1 begonnen. Die Unterrichtszeit von einer Stunde pro Woche wird aus dem Bereich Sachunterricht, bzw. im ersten Schuljahr dem Gesamtunterricht entnommen. Alternativ wird der Unterricht epochal in Lektionen im Sachunterricht durchgeführt.

2.3 Schule und Gesundheit

Im Rahmen von „Schule und Gesundheit“ planen wir, im Schuljahr 07/08 uns im Bereich „Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung“ und „Bewegung“ zu zertifizieren. Wir sind zurzeit dabei, die Aktivitäten der letzten Jahre zu dokumentieren sowie weitere Fortbildungen und Projekte anzubieten. Wir streben an in naher Zukunft diese Bereiche und ihre Inhalte in die Curricula Sachunterricht und Sport aufzunehmen, nachdem ein gemeinsamer Austausch stattgefunden hat.

2.3.1 Verkehrserziehung in der Grundschule

Die Verkehrserziehung an unserer Schule besitzt einen besonderen Stellenwert. Der Rahmenplan für die Grundschule sieht folgende Schwerpunkte vor:
„Aufgabe der Verkehrserziehung ist es, die Kinder zu befähigen, sich im Verkehr sicher, sachgerecht und mitverantwortlich zu verhalten, ein kritisches Verständnis für Verkehrsabläufe zu entwickeln und durch eigenes Handeln eine Verbesserung der Verkehrswirklichkeit herzustellen. Die Verkehrserziehung beinhaltet die Förderung der Psychomotorik, der Wahrnehmungsfähigkeit und des Reaktionsvermögens sowie den Aufbau eines flexiblen, situationsbezogenen und vorausschauenden Verhaltens.“ (Hess. Kultusministerium, Rahmenplan GS, S. 276)
Kinder sind Verkehrsteilnehmer. Nicht nur als Mitfahrer in privaten PKW und des öffentlichen Personennahverkehrs, sondern auch als aktive Fußgänger, Dreirad-, Roller-, Fahrradfahrer, auf dem Rutschauto, den Rollerskates oder dem Skateboard. Die angemessene Teilhabe an und in der mobilen Welt bedarf einer Vielzahl an Qualifikationen. Diese sind vom Elternhaus und der Schule zu vermitteln. Dabei ist eine Kooperation der erzieherisch Wirkenden anzustreben. Schulische Verkehrserziehung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Qualifizierung der jungen Menschen. Sie ist Sicherheitserziehung, Sozialerziehung, Umwelterziehung und Gesundheitserziehung gleichermaßen.
Arbeitsschwerpunkte:

Jahrgangsstufen 1 / 2

  • Anfangsunterricht: „Walking Bus“
  • Der Schulweg (z. B. angemessene Kleidung)
  • Die Umgebung der Schule
  • „Erste Klasse im Verkehr“
  • Spielen im Ort / im Ortsteil
  • Verkehrsmittel
  • Kinder als Mitfahrer in PKW und ÖPNV
  • Tägliche Bewegungszeit
  • Rollen-Gleiten-Fahren


 Jahrgangsstufen 3 / 4

  • Fahrradfahren als Sport und Spiel
  • Straßen und Wege für Radfahrer
  • Das betriebs- und verkehrssichere Fahrrad
  • Übungen im Schonraum / Übungen im Realverkehr
  • urchführung kleinerer Reparatur- und Wartungsarbeiten am Fahrrad
  • Auseinandersetzungen mit Verkehrsproblemen
  • Verkehrsgeschichte
  • Tägliche Bewegungszeit
  • Rollen-Gleiten-Fahren

Verkehrserziehung im Schulprogramm:
Um der Verkehrserziehung den ihr angemessenen Stellenwert zukommen zu lassen, wird sie im Schulprogramm verankert. Das garantiert nicht nur ihre Präsenz im Unterricht, sondern sorgt für kontinuierliche Evaluation und damit Fortschreibung und Weiterentwicklung an der Schule. Dies ist allein deshalb unerlässlich, weil sich die Bedingungen der mobilen Gesellschaft und damit auch die angemessene Teilhabe ständig verändert.

 
2.3.2 Bewegung in der Grundschule

Im nächsten Schritt streben wir die Zertifizierung im Bereich Bewegung an.

2.4 Feste, Feiern und Rituale im Jahres- und Tagesrhythmus

Die pädagogische Arbeit an unserer Schule soll es den Schülern ermöglichen, ihre individuellen Anlagen und Fähigkeiten zu entwickeln; das einzelne Kind wird in seiner Einzigartigkeit gesehen und gewürdigt. In diesem Zusammenhang nehmen Feste und Rituale einen hohen Stellenwert in unserem Schulleben ein. Feste und Feiern verbinden die Menschen, die in einer Schulgemeinde zusammen leben und lernen. Dies geschieht sowohl innerhalb der Schule als auch nach außen. Sie sind ein verbindendes Glied zwischen Kindern, Lehrern und Eltern sowie der Gemeinde, in der wir leben. Rituale gehören zu unserem gesamten Leben. Sie geben Sicherheit und gehören darum ganz selbstverständlich zu unserem schulischen Leben sowohl im Unterricht als auch darüber hinaus. Feste gestalten Kinder in Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrern aktiv und selbstständig mit. Oftmals werden dabei auch außerschulische Institutionen mit einbezogen.

2.4.1 Rhythmisierung des Schuljahres

Das gesamte Schuljahr unterliegt einem immer wiederkehrenden Rhythmus, der sich durch Veranstaltungen, Feste und Feiern kennzeichnen lässt.
Innerhalb der Schulgemeinde sind dies folgende Feste, Feiern und Rituale:

  • Elternabende in allen Klassen nach den Sommerferien (Wahlen der Klassenelternbeiräte in den Klassen 1 und 3 innerhalb der ersten
    drei Wochen nach den Sommerferien)
  • Sitzungen der schulischen Gremien
  • Teilnahme an Veranstaltungen der Kommunalgemeinde (Historischer Markt, Sportfest etc.)
  • Schulanmeldung der zukünftigen 1. Klassen
  • Weihnachtsmarkt mit Weihnachtssingen auf dem Schulgelände
  • Theaterbesuch vor Weihnachten
  • Halbjahreszeugnisse Klassen 3 und 4
  • Faschingsfeier unter Mitwirkung des örtlichen Karnevalvereins am Faschingsdienstag
  • Elternsprechtage
  • Elternabende und Gremiensitzungen
  • "Einschulungsspiel" (Kieler Einschulungsverfahren) - alle Lehrkräfte sind einbezogen
  • besondere Schulveranstaltung (Projektwoche, Schulfest usw.)
  • Besuch der Kindergärten durch den zukünftigen Erstklassenlehrer (Kontakte zu den Kindergärten werden über  ein gesamtes Schuljahr verteilt  unterhalten)
  • Besuch der zukünftigen Erstklässler in der Schule
  • Einteilung der neuen 1. Klassen (Schulleitung, Sprachheillehrerin, Erzieherinnen der KiGa's)
  • Info-Elternabend für die Eltern der zukünftigen 1. Klassen (Bekanntgabe der Klasseneinteilung und der Klassenlehrer)
  • Während des gesamten Schuljahres nehmen wir mit ausgewählten Kindern aus allen Klassen an sportlichen Veranstaltungen teil
    (Handballturnier, Fußballturnier, Schwimmwettkämpfe, Leichtathletik-Sportfest, Bundesjugendspiele mit Sportabzeichen-Abnahme).
  • Innerhalb der einzelnen Klassen finden folgende Feste, Feiern und Rituale statt:
  • Einschulungsfeier unter Mitwirkung der 4. Klassen (die Viertklässler studieren mit ihren Klassenlehrern ein Programm für die Neuankömmlinge ein.)
  • Freiwillige Teilnahme an dem Einschulungsgottesdienst (vorbereitet von den Vertretern der Kirchen und Religionslehrern der Schule)
  • Freiwillige Teilnahme an dem Abschlussgottesdienst der 4. Klassen (Die Kinder werden in die Vorbereitung mit einbezogen,das heißt, sie gestalten diesen Gottesdienst aktiv mit.)
  • Abschlussfeier der 4. Klassen
  • Lesenächte
  • Klassenfahrten
  • Klassenfeste
  • Morgenkreis
  • Rituale während des Unterrichts (Leisezeichen usw.)

Innerhalb des Kollegiums finden ebenfalls Gremienarbeit, Feste, Feiern und Rituale statt, um die Arbeit und Zusammenarbeit zu einem fruchtbaren Miteinander werden zu lassen:

  • Pädagogische Tage (Der Inhalt bzw. das Thema dieser Tage wird vorher gemeinsam im Kollegium besprochen und festgelegt)
  • Dienstbesprechungen ("KO") alle 14 Tage
  • regelmäßige Fortbildungen
  • Weihnachtsfeier usw.
  • Kollegiums- und Mitarbeiterausflug

 2.4.2 Besondere „Feiern“

Seit diesem Schuljahr wurden die bisherigen Monatsfeiern durch die neue Form der Jahreszeitenfeier ersetzt.
Die pädagogische Zielsetzung beider ist die Zusammenführung aller Kinder und Kollegen der Schule. Die Schulgemeinde kommt zusammen, um gemeinschaftlich eine kleine Feierstunde zu verbringen. Gegebenenfalls werden bei dieser Feier auch Schüler, die an einer besonderen Veranstaltung erfolgreich teilgenommen haben, geehrt, oder es werden neue Kollegen vorgestellt.
Die Inhalte der Darbietungen erwachsen in der Regel aus dem Unterricht. Nach Möglichkeit koordinieren die Parallelklassen ihre Darbietungen. Dies fördert den Kontakt zwischen den Schülern und die Teamarbeit der Lehrkräfte.
Während der Vorbereitung des Programms ergeben sich für die Schüler vielfältige Möglichkeiten, ihre individuellen Fähigkeiten auch außerhalb der in der Schule festgelegten Lehrbereiche darzustellen und Erfolgserlebnisse zu haben.
Die Monatsfeiern fanden in der Vergangenheit nur sehr unregelmäßig statt. Aus diesem Grund haben wir über alternative Möglichkeiten des gemeinsamen Feierns nachgedacht. Insbesondere sollte dabei die ursprüngliche pädagogische Zielsetzung wieder in den Vordergrund gerückt werden. In nächster Zeit wollen wir folgende Alternativen erproben oder neu institutionalisieren:

  • Jahreszeitenfeiern: vier Feiern im Jahr, jede Klasse bereitet dazu etwas vor
  • gemeinsame Wochen- oder Monatsbeginne; z. B. durch gemeinsame Lieder
  • Feiern zum Ferienbeginn


2.4.3 Morgenkreis und Gemeinsames Frühstück

In allen Klassen werden Morgenkreise durchgeführt. Mit ihnen startet man in den Vormittag. Während der Morgenkreise erhalten die Schüler die Möglichkeit, über besondere Ereignisse des vergangenen Wochenendes oder des vergangenen Tages zu berichten. Auf diese Weise erfolgen die Erweiterung der Sprachfertigkeit und das Erlernen sozialer Kompetenzen wie Einhaltung von Sprachregeln und gegenseitiger Akzeptanz. In den 1. Klassen finden diese Morgenkreise zunächst täglich statt. In den folgenden Klassenstufen werden sie immer montags und bei Bedarf durchgeführt. Die Entscheidung hierüber liegt bei den einzelnen Lehrkräften.
Das Gemeinsame Frühstück in den Klassen wird genutzt, um einerseits in Ruhe und ohne Stress diese Mahlzeit einzunehmen und andererseits dem zwanglosen Austausch zwischen Schüler und Lehrkraft zu dienen. Außerdem kann so vermieden werden, dass die kostbaren Frühstücksbrote im Müll landen oder Trinkflaschen auf dem Schulhof zu Bruch gehen. Einige Lehrer nutzen die Frühstückszeit auch zum Vorlesen.

 
2.5 Kooperation der Lehrkräfte

Austausch, Kommunikation und Kooperation sind im Kollegium der GS Krofdorf-Gleiberg wichtige Faktoren. In 14-tägigen Koordinationskonferenzen werden Themen besprochen, diskutiert und in Einklang gebracht, sei es die Verteilung der Finanzen, Anschaffungen für die Schüler, Auswahl von Lehrbüchern, Regeln für den Pausenhof oder andere pädagogische Themen.
Auch zwischen den Klassenlehrern einer Jahrgangsstufe finden koordinierende Absprachen über Unterrichtsthemen, methodischen Vorgehensweisen oder gemeinsamer Aktionen statt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass in den Parallelklassen stets das Gleiche geschieht oder beispielsweise stets die gleiche Art der Leistungsüberprüfung stattfindet. Vielmehr wird die Individualität der Lerngruppe und der Lehrkraft immer berücksichtigt, sodass bei Bedarf in den Parallelklassen unterschiedliche Unterrichtsinhalte behandelt werden. So kann es sein, dass der Unterrichtsstoff für eine Lerngruppe unterschiedlich eingeführt, behandelt oder geübt werden muss.
Die Unterrichtsmaterialien werden im Lehrerzimmer in einem Register gesammelt, damit eine gemeinsame Nutzung und Erweiterung jederzeit möglich ist. Bei den Monatsfeiern werden in der Regel jahrgangsweise Themen koordiniert, sodass ein mehr oder weniger ineinander verschachteltes Programm entsteht.
Im Kollegium wird versucht, die unterschiedlichen Fachkompetenzen als Ressourcen zu nutzen, sei es zur Beratung oder zur schulinternen Fortbildung. So gibt es in jedem Fach zumindest einen Hauptvertreter des Fachbereiches, der die Bereitstellung von Unterrichtsmitteln wie Bücher, Freiarbeitsmaterialien, Sportgeräte oder Instrumente betreut. Auf diese Weise kann mit einem Kollegium mit unterschiedlichen Akzenten eine der ganzen Schule dienliche Einheit entstehen.
Erstrebenswert in Hinblick auf die Qualitätssicherung und –verbesserung wären regelmäßige pädagogische Themen in den Konferenzen aufzugreifen (Orientierungsarbeiten, Bücherdiskussionen, gemeinsame Regeln ...)

 
2.5.1 Kooperation zwischen Parallelklassen

Die Absprachen der Parallelklassenlehrer sind in den verschiedenen Klassen unterschiedlicher Intensität.
Voraussetzung für eine sinnvolle Kooperation sind:

  • ähnliche pädagogische Schwerpunkte und Arbeitsweisen der Lehrer
  • ähnliche Klassen- und Leistungsstärken
  • Bereitschaft zur Zusammenarbeit (Sympathie, Zeit etc.)


Absprachen können sich auf nachstehende Punkte beziehen:

  • gemeinsame Vorbereitung der Unterrichtseinheiten
  • gleiche Klassenarbeiten, falls es die Lerngruppen zulassen (Vergleichbarkeit)
  • gleiche/ähnliche Anschaffungen von Unterrichtsmaterial/Arbeitsheften etc.
  • gemeinsame Aktionen der Klassen (z.B.: Ausflüge, Klassenfahrten, Wandertage, Gestaltung „Besonderer Feiern“, usw.)


Vorteile der Kooperation:

  • Gegenseitiger Austausch und gemeinsame Überlegungen können die Unterrichtsvorbereitung verbessern.
  • Bei Krankheit eines Lehrers hat der Parallelklassenlehrer problemlos den Überblick und kann den Unterricht dort sinnvoll in Vertretung weiterführen
  • Vergleichbarkeit der Lernzielkontrollen (wenn möglich) schafft mehr Gerechtigkeit
  • bessere Argumentation gegenüber den Eltern.


 2.5.2 Kooperation zwischen Lehrern verschiedener Klassenstufen

Die Kooperation erfolgt in unserer Schule auf unterschiedliche Weise:

  • Austausch von Unterrichtsmaterialien
  • Klassenfahrten und Wandertage mit verschiedenen Klassenstufen.
  • Austausch von Erfahrungen
  • Patenschaften zwischen den Erstklässlern und den dritten Klassen

 
2.6 Beratung von Eltern

Unser Ziel ist eine enge Kooperation mit den Eltern unserer Schule. Dafür ist Voraussetzung, dass wir regelmäßige Elternabende und Elternsprechtage durchführen.
Falls Schwierigkeiten und Probleme auftauchen, dienen individuelle Gesprächstermine zum Austausch und zur Beratung. Zusammensetzung der Gesprächsrunden, Art und Häufigkeit richten sich nach den jeweiligen Erfordernissen. In den Gesprächen geht es darum, Ziele transparent zu machen, gemeinsame Ziele zu finden, den Weg gemeinsam abzustecken und dies regelmäßig zu überprüfen.
Über die Entwicklung des Kindes sollte kontinuierlich informiert und rückgemeldet werden.
Besonders in den Anfangsklassen wird die Sprachheillehrerin zu diesen Gesprächen unterstützend hinzugezogen (vgl. Sprachheilarbeit).
Die Sprachheillehrerin betreut im Rahmen der Sprachheilklasse Kinder therapeutisch, wenn das schulische Lernen und/oder die soziale Integration im Klassenverband beeinträchtigt sind.
Bei Problemen werden notwendige außerschulische Kontakte geknüpft (Ergotherapie, Lerntherapie, etc..).
Bei Erziehungshilfeberatungsbedarf kann ein Kollege der Georg-Kerschensteiner-Schule zu Beratungsgesprächen hinzugezogen werden, das gleiche gilt gegebenenfalls für die Beratungslehrerin für Suchtprävention.
In Fragen hinsichtlich der Einschulung, Vorklassenbesuch, Rückstellung steht die Vorklassenleiterin in Heuchelheim ebenfalls beratend zur Verfügung (vgl. Vorklassenarbeit).

 
2.7 Medienkonzept der Schule

(Auszug aus dem gesondert vorliegenden Medienkonzept der Schule)

 
2.7.1 Stand der Hardwareausstattung und Computerarbeit an unserer Schule (April 2007)

Die Ausstattung unserer Grundschule mit Computern ermöglicht einen vielfältigen neuen Einsatz dieses Mediums.
Dank der freundlichen Unterstützung des Landkreises Gießen (Abteilung Schule und Bauen), konnte an unserer Grundschule ein LAN-Netzwerk aufgebaut werden, das zurzeit 47 Computer umfasst.
Alle Rechner besitzen eine Wächter-Software der Firma Kaiser, die das System vor ungewollten Eingriffen schützt und somit die Wartung stark vereinfacht. Der Hard- und Software-Support wird durch die Mitarbeiter des M@us-Zentrums Gießen ausgeführt.
In jedem Klassenraum befinden sich vier multimediafähige Pentiumrechner, sowie 5 schwarz-weiß Laserdrucker, welche via Netzwerkanbindung als Stützpunktdrucker von den Klassen genutzt werden können. Auch der Kopierer ist an das Netzwerk angeschlossen und kann so von allen Rechnern als Drucker verwendet werden.
Alle im Netz befindlichen Rechner sind mit einer Netzwerkkarte, CD-ROM Laufwerk und einer Soundkarte ausgestattet. Sie weisen folgende technische Spezifikationen auf:
Prozessorleistung:  Celeron 1,8 GHz
Arbeitsspeicher:  256 MB
Festplattenkapazität: 20GB
Betriebssystem:  Windows XP Professional
Monitore:   19 Zoll (strahlungsarm nach TCO-Norm)
 
Die Kat 5, Twisted-Pair-Verkabelung mit Daten- und Stromanschlüssen in den Klassen ermöglicht es in allen Unterrichtsräumen bis zu fünf PCs an das lokale Netzwerk anzuschließen, welches wiederum den Zugang zum Internet ermöglicht, sowie einen Daten-, CD-ROM- und E-Mail-Server zur Verfügung stellt.
Die Schule verfügt über ein Intranet, an das alle Computer der Schule einschließlich des Lehrerzimmers angeschlossen sind. Durch den im Netz befindlichen Server kann von allen Arbeitsplätzen aus auf Programme und Datenbestände, die sich auf der Festplatte des Servers befinden, zugegriffen werden. Auch Drucker und CD-ROM-Laufwerke können zur gemeinsamen Nutzung freigegeben werden. Selbst konzipierte Programme, Arbeitsblätter und Unterrichtsmaterialien wurden auf dem Server für unterschiedliche Klassenstufen zu Verfügung gestellt.
Über einen einzigen T-DSL-Anschluss kann an allen Computern gleichzeitig im Internet gearbeitet werden.
Im Dezember 2001 hat unsere Schule die Domain grundschule-krofdorf.de bei der Firma 1&1 gehostet. Hiermit verbunden erhielt jede Klasse und Kolleginnen, die dies wünschten, eine eigene E-Mail-Adresse (xxx@grundschule-krofdorf.de).
Die Schule verfügt über eine Internet-Seite (www.grundschule-krodorf.de), auf der neben allgemeinen Informationen über die Schule auch Projekte und Arbeiten aus den Klassen dargestellt werden.
Derzeit steht uns als lizenziertes Betriebssystem Windows XP Professional zur Verfügung. Neben einer Reihe unterschiedlicher Lernsoftware steht für alle Klassenstufen die Budenberg-Lernsoftware, die Lernwerkstatt, GUT1 sowie das Schreiblabor bereit.

 
2.7.2 Perspektiven

unsere dezentrale Struktur (siehe 2.5.5) ermöglicht bisher nur das zeitversetzte Arbeiten von Schülern. Bei Klassenprojekten, beim individuellen Fördern sowie in den Computerkursen wäre ein zentraler Computerraum mit ca. 20 Arbeitsplätzen sinnvoll und notwendig. Sollten sich aufgrund der Veränderungen die Räumlichkeiten unserer Schule erweitern, bestünde die Möglichkeit diesen Raum in der Georg-Kerschensteiner-Schule einzurichten.


 
2.7.3 Aufbau von Medienkompetenz im Lehrerkollegium

Um die Schüler zum kompetenten Umgang mit dem Medium PC anleiten zu können, haben die Lehrer unserer Schule an Fortbildungen unterschiedlichen Umfanges zu diesem Thema teilgenommen. Eine schulinterne Fortbildung an mehreren Samstagen wurde von Herrn Achenbach (Vater zweier Kinder an unserer Schule und „Computerspezialist“) angeboten. Des Weiteren fand ein pädagogischer Tag im Schuljahr 2002/2003 zu diesem Thema statt.
2004 wurde mit den Schulen: Grundschule Steinbach, Käthe-Kollwitz-Grundschule, Pestalozzi-Schule und Goethe-Schule der Medienverbund „Grundschulen-Gießen“ gegründet. Im Rahmen dessen werden eine Vielzahl an internen und externen Fortbildungen angeboten, welche speziell auf die Bedürfnisse des Kollegiums ausgerichtet sind.

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