Erste Gebäude

Auflösung der Gleiberger Kaplanei und Errichtung der ersten Schulgebäude in Krofdorf

Durch Konsistorialverfügung vom 16. Juli 1812 wurde die Kaplanei in Gleiberg aufgelöst. Da die Schülerzahl in Krofdorf-Gleiberg zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf rund 150 Kinder angewachsen war, konnte sie die Gleiberger Schule kaum noch alle fassen. Außerdem wohnte die weitaus größte Zahl der Schüler im Ortsteil Krofdorf. Mit der Aufhebung der Gleiberger Kaplanei im Jahre 1812 wurde in Krofdorf die erste Schulstelle eingerichtet. Das Kaplaneivermögen benutzte man zur Schaffung je einer Schulstelle in Gleiberg und in Krofdorf. Die Barauslagen für einen Schulhausneubau in Krofdorf wurden aus jenem bestritten, während die Gemeinde das Baumaterial zu liefern hatte. Die Kaplaneibesoldung wurde zu je einem Drittel auf die Pfarrei, die Gleiberger Schule und die Gemeinde aufgeteilt.

Von 1813 bis 1815 wurde das erste Schulgebäude in Krofdorf errichtet (Rodheimer Straße 27). Hier wurden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Oberklassen unterrichtet. An der Stelle der heutigen Gastwirtschaft "Vesuvio" (Hauptstraße 13) stand früher ein altes Bauernhaus. 1831 erwarb die Gemeinde das Gebäude und richtete im 2. Stock einen rund 50 qm großen Schulsaal ein. Von 1839, als eine zweite Klasse eingerichtet wurde, bis zur Erbauung der neuen Schule in der heutigen Poststraße mussten in diesem Raum in drückender Enge zwischen 80 und 160 Schüler unterrichtet werden.

1866 sah sich die Gemeinde angesichts dieser unhaltbaren Zustände gezwungen, ein neues Schulgebäude (heutiges Postamt) mit zwei Lehrsälen und zwei Lehrerwohnungen zu errichten. Im Jahr 1902 - man hatte inzwischen vier Klassen gebildet wurde mit dem Bau einer neuen Schule in der nördlichen Hauptstraße ( heutiger Kindergarten) begonnen. Sie konnte 1903 ihrer Bestimmung übergeben werden. 1908 wurde in Krofdorf-Gleiberg eine gewerbliche Fortbildungsschule eingerichtet, die von rund 20 Schülern besucht wurde und an der zwei Krofdorfer Lehrer den Unterricht erteilten.

Gemeinsamer Unterricht für Krofdorf-Gleiberger Schüler seit 1919
Im Jahre 1913/14 - die Schülerzahl hatte sich inzwischen auf 311 erhöht - wurde mit dem Bau einer neuen Schule am Gleiberger Weg (heute: Burgstraße 14) mit vier Klassenzimmern und einer Schüler- und Volksbadeeinrichtung begonnen. Da die immer noch benutzte alte Gleiberger Lateinschule inzwischen völlig veraltet war, sollten hier die Gleiberger Kinder mit denen aus dem südlichen Teil Krofdorfs zu einer gesonderten Schulklasse vereinigt werden.

Am 2. Mal 1919 wurde die neue Schule in der Burgstraße, in Betrieb genommen. Dieses Datum bedeutet in zweifacher Hinsicht einen recht bemerkenswerten Wendepunkt in der Krofdorf-Gleiberger Schulgeschichte. Zum einen endete die fast vier Jahrhunderte dauernde Zeit, während der in der Gleiberger Lateinschule - die diesen Namen freilich zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon lange nicht mehr verdiente - die Kinder von Krofdorf-Gleiberg und Umgebung (ab 1813 nur noch diejenigen des Ortsteiles Gleiberg) unterrichtet wurden. Auf der anderen Seite jedoch wurden durch die Auflösung der Gleiberger Schule die rund 360 Kinder Krofdorfs und Gleibergs nach einer über 100jährigen Trennung wieder zusammengeführt und gemeinsam unterwiesen.

 

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

In den Jahren 1950 bis 1952 wurde die Schule in der Burgstraße um vier Klassenräume erweitert. 1966 konnte ein an den Schulhof angrenzender Neubau (im Kastanienweg) mit sieben Klassenräumen und zahlreichen Fach- und Nebenräumen in Betrieb genommen werden. Nach Verabschiedung der neuen Schulgesetze durch den Hessischen Landtag (März 1969) wurde Krofdorf-Gleiberg zum Standort einer Förderstufe ausgewählt und zwar für die Gemeinden Krofdorf-Gleiberg, Launsbach und Wißmar. Der Kreistag legte den Standort "Wettenberg" in der Gemarkung Launsbach für die seit 1970 neu errichtete Gesamtschule der drei Gemeinden fest.

Durch Erlas des Kultusministers fasste man ab 1.8.1972 die Klassen der integrierten Jahrgänge fünf bis sieben zur Gesamtschule Krofdorf-Gleiberg zusammen, der die Klassen acht und neun der auslaufenden Hauptschule angegliedert wurden. Die Grundstufe (Klasse eins bis vier ) wurde als Grundschule Krofdorf-Gleiberg verselbständigt. Mit Beginn des Schuljahres 1972/73 konnte die Gesamtschule Wettenberg bezogen werden. Seit dieser Zeit ist die Grundschule selbständig und in dem Neubau am Kastanienweg untergebracht. In ihr werden derzeit 220 Kinder in 9 Klassen, einer Sprachheilklasse und der Vorklasse von 10 Lehrkräften sowie einer Sozialpädagogin unterrichtet.

In dem Nachbargebäude, Burgstraße 14, befindet sich seit dem 4. September 1972 die Georg- Kerschensteiner-Schule, eine Schule für Lern-, Erziehungshilfe und Kranke, in der derzeit ca. 130 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Die Lehrkräfte beraten darüber hinaus Schulen im westlichen Landkreis Gießen ambulant bei der Betreuung von Verhaltensauffälligkeiten Schülern.