Von der Gleiberger Lateinschule zur Grundschule Krofdorf-Gleiberg

(Von Dr. Jürgen Leib)

Einleitung: Kirche und Schule

Seit dem frühen Mittelalter war die Geschichte der Schule für mehr als ein Jahrtausend eng mit derjenigen der Kirche verbunden. Kirchliche Schulen gab es in den verschiedensten Formen: als Kloster-, Dom- oder Stiftsschulen oder ähnliche. Außerdem entwickelten sich für die Ausbildung von Messknaben und Sängern Pfarr- oder Parochialschulen, in denen der Pfarrer unterrichtete. Seit dem 13. Jahrhundert wurden Stadtschulen gegründet, die den Ausgangspunkt für das weltliche Schulwesen bildeten. Erst im 17. und 18. Jahrhundert entstanden allgemeine Volksschulen, und es wurde allmählich durch die verschiedensten landesherrlichen Verordnungen eine staatliche Schulpflicht eingeführt.

Vor allem im Gefolge der Reformation richtete man zahlreiche Dorfschulen ein. Dies geschah hauptsächlich aus der Auffassung heraus, dass derjenige, welcher konfirmiert werden wollte, vorher eine Unterrichtung erfahren haben müsse. In diesen Schulen, die oft bis zu drei oder vier Klassen umfassten, waren die Lehrer meist gleichzeitig Diakone, Kapläne oder Küster. Sie hatten Theologie studiert, halfen während ihrer Anstellung als Lehrer dem jeweiligen Pfarrer und wurden von diesem sowie dem Superintendenten beaufsichtigt. Es galt als Regel: Wer Pfarrer werden will, muss vorher Lehrer gewesen sein. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen stand das Auswendiglernen von Kirchenliedern und Stellen aus der Bibel an herausragender Stelle.